Zum Hauptinhalt springen

Drawing Together

Dauer: ~50 min. Ab 2 Personen LS-Prinzip 7: Fokussiert euch darauf, was möglich ist – glaubt daran, bevor es da ist

Was wird möglich?

Entdecke neue Wege und Sichtweisen durch nonverbale Kommunikation, um ein gemeinsames Bild einer Herausforderung entstehen zu lassen, jenseits von Erklärungen und Verbalem Möglichkeiten zu entdecken, eine engere Bindung und Verständnis zwischen den Beteiligten zu entwickeln, auf Informationen zuzugreifen, die sonst durch ihre komplexen Dynamiken verborgen blieben.

Strukturelle Elemente — Min Specs

  1. Structuring Invitation

    Lade die Teilnehmer dazu ein, eine Geschichte zu einer persönlichen oder allgemeinen Herausforderung zu erzählen und dabei nur fünf Symbole und keine Worte zu benutzen.

  2. Raum und Materialien

    Stifte und Papier, Flipchart für Facilitator. Buntstifte oder Kreide. Tische und Stühle. Eine (Metaplan-)Wand behängt mit Packpapier oder ausreichend Flipcharts. Wasserbasierte Stifte; Wachskreide, falls Farbe ins Spiel gebracht werden soll. Online: Breakouträume, virtuelles Whiteboard.

  3. Beteiligungsverteilung

    Jeder wird einbezogen, da jeder die fünf Symbole zeichnen kann. Alle Teilnehmer zeichnen ihre eigenen Ideen gleichzeitig.

  4. Gruppenkonfiguration

    Einzeln, um die Symbole zu üben. Einzeln, um die ersten beiden Entwürfe anzufertigen. Kleine Gruppen von 1-4 anderen Personen, um die Zeichnungen zu interpretieren. Die ganze Gruppe für die Abschlussbesprechung (nutze 1-2-4-All für große Gruppen).

  5. Schritte und Zeitaufteilung

    • 1. Symbole einführen: Führe die Idee von „Drawing Together" ein, indem du die einzelnen Symbole zeichnen lässt und erklärst: Kreis = Ganzheit, Rechteck = Unterstützung, Dreieck = Ziel, Spirale = Veränderung, Sternenmensch (gleichseitiges Kreuz) = Beziehung. (2 Minuten)
    • 2. Symbole üben: Lade die Teilnehmer ein, die fünf Symbole zeichnen zu üben. (2-5 Minuten)
    • 3. Erste Version: Lade die Teilnehmer ein, die Symbole zu kombinieren, um eine erste Version ihrer Geschichte zu erstellen. Dabei arbeitet jeder für sich und ohne zu reden an der Geschichte über die „Reise" seiner Herausforderung oder Innovation. (5-10 Minuten)
    • 4. Zweite Version: Lade die Teilnehmer ein, eine zweite Version ihrer Geschichte zu erstellen, mit Augenmerk auf die Größe, Platzierung und Farbe der Symbole. (5-10 Minuten)
    • 5. Interpretation: Bitte die Teilnehmer, jemand Anderes oder eine kleine Gruppe, die Zeichnung zu interpretieren. Erinnere sie daran, dass die Person, die die Zeichnung angefertigt hat, nicht reden soll. Evtl. mehrere Runden. (5-15 Minuten)
    • 6. Gesamtbild: Frage die ganze Gruppe „Was wird durch die Gesamtheit der Zeichnungen aufgedeckt?". Nutze 1-2-4-All für größere Gruppen. (5-15 Minuten)

Diagramme & Arbeitsblätter

Fünf handgezeichnete Grundsymbole: ein Kreis, eine Spirale, eine sternförmige Figur, ein Dreieck und ein Rechteck, darunter das Wort 'SYMBOLS'.
Die fünf Symbole, die du brauchst, um gemeinsam eine Geschichte zu zeichnen.
Diagramm: Liberating Structures, Henri Lipmanowicz & Keith McCandless (2013), Keith McCandless & Nancy White (2026), liberatingstructures.com, CC BY-SA 4.0
Drei Fotos von 'Gemeinsam Zeichnen' in Peru, Belgien und Kanada: Teilnehmende zeichnen gemeinsam Geschichten mit den fünf Symbolen auf großen Papierbögen.
Geschichten ohne Worte: 'Gemeinsam Zeichnen' in der Praxis, von Peru über Belgien bis Kanada.
Diagramm: Liberating Structures, Henri Lipmanowicz & Keith McCandless (2013), Keith McCandless & Nancy White (2026), liberatingstructures.com, CC BY-SA 4.0

Tipps & Fallstricke

  • Erinnere die Teilnehmer daran, dass es nicht um das Zeichnen geht. Sage ihnen: „Zeichenkünste sind nicht vonnöten – versucht euer Streben nach Perfektion zu zäumen. Kindliche Zeichnungen sehen spielerisch aus und regen die Fantasie der anderen an!"
  • Hilf nicht zu viel beim Zeichnen.
  • Hilf den Teilnehmern, das zu akzeptieren, was beim Zeichnen entsteht (sie werden oft überrascht werden!)
  • Zeichne oder präsentiere ein Beispiel einer Story, das den Teilnehmern hilft, die Methode zu verstehen.
  • Zeichne die Teilnehmer beim Zeichnen per Video auf.
  • Kehre zu den Zeichnungen zurück, wenn ihr als Gruppe wieder zusammen kommt.
  • Denke daran, dass Zeichnen einen starken therapeutischen Charakter haben kann. Sei auf emotionale Momente vorbereitet.

Riffs & Variationen

  • Auch Meetings können visuell dokumentiert werden (unterstützt durch Worte, wenn nötig).
  • Fange klein an: Nutze ein Blatt DIN A4 für den Anfang.
  • Auch Tablets können statt Papier für das Drawing Together benutzt werden.
  • Benutze die „Hero's Journey" als Vorlage für die Stories.
  • Benutze als Vorlage die Reise durch „Status Quo, Ruf nach Neuem, Entdeckung, Validierung, frühes Annehmen und Verteilung".

Praktische Anwendungen

  • Um in einem langen Meeting bewusst das Tempo zu wechseln und neue Energie ins Gespräch zu bringen.
  • Um Spannungen abzubauen, wenn die Sichtweisen im Raum weit auseinanderliegen.
  • Um verborgene Zusammenhänge in einem komplexen Projekt sichtbar zu machen.
  • Um eine Vision durch Bilder statt durch Worte lebendig werden zu lassen.
  • Für die eigene Reflexion über eine persönliche Herausforderung mit hohem Einsatz.

Online & Hybrid Facilitation

Zwei Optionen: (1) Die Teilnehmenden zeichnen auf Papier und zeigen ihr Werk über die Webcam — dann am besten mit einem dicken Marker zeichnen und Hintergrundeffekte ausschalten, die die Zeichnung verwischen könnten. (2) Ein gemeinsames digitales Whiteboard mit vorbereiteten Formen nutzen. Achtung: Diese Variante funktioniert auf kleinen Bildschirmen oft schlecht.

Kombinieren mit anderen Strukturen

Für tiefere Selbsterkenntnis: kombiniere mit Future-Present, Spiral Journal und 9 Whys.

Kombinieren mit anderen Strukturen

Quellen & Lizenz

Liberating Structure developed by Henri Lipmanowicz and Keith McCandless. Dig deeper by exploring the work of cultural anthropologist Angeles Arrien and her book, *Signs of Life*.

Enthält Inhalte aus dem Liberating-Structures-Repertoire von Henri Lipmanowicz und Keith McCandless (2013) und dem Fieldbook von Keith McCandless und Nancy White (2026). Lizenziert unter CC BY-SA 4.0.

Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0

Ergänzungen von Liberating Structures Belgien auf dieser Seite (etwa Tipps und Praxisbeispiele) sind Bearbeitungen unter derselben Lizenz, CC BY-SA 4.0. Teile gern deine eigene Variante im LS Commons.

Lerne das in der Praxis

Übe Liberating Structures gemeinsam mit anderen: in der Online-Fieldbook-Reihe (Nov.–Dez. 2026), der Immersion in Brüssel, oder maßgeschneidert für dein Team.

Sieh dir die Trainings an →